Öle, Wachse, Seifen: Oberflächen, die atmen
Leinöl ist ein Klassiker, trocknet oxidativ und eignet sich hervorragend für Massivholz. Tungöl bietet erhöhte Wasserresistenz und eine etwas härtere Oberfläche. Regionale Mischungen mit Standöl und Naturharzen verbessern Abriebfestigkeit, ohne aggressive Lösemittel. Wichtig ist dünnes Auftragen, sattes Einziehen lassen und konsequentes Abnehmen von Überschuss. Bessere Ergebnisse entstehen durch mehrere feine Schichten statt einer dicken. Ein ruhiges, gut belüftetes Umfeld fördert schöne Aushärtung, vermeidet Gerüche und respektiert die Raumluft.
Bienenwachs schenkt Wärme, Carnauba erhöht Härte und Kratzbeständigkeit. In Kombination entsteht eine samtige, robuste Schicht, die natürlich glänzt, ohne Plastik-Effekt. Vor dem Wachsen das Holz leicht glätten, dann sehr dünn auftragen und nach kurzer Ablüftzeit mit weichem Tuch auspolieren. Mehrere leichte Anwendungen sind besser als eine schwere. Wachs lässt sich partiell auffrischen, was Reparaturen unauffällig macht. So bleibt die Oberfläche lebendig, reparierbar und angenehm im täglichen Gebrauch.
Seifengepflegte Oberflächen, bekannt von nordischen Böden und Tischen, bauen mit jeder Anwendung einen feinen Schutzfilm auf. Eine milde, pflanzliche Seifenlösung reinigt und pflegt gleichzeitig, ohne Poren zu verschließen. Nach dem Auftragen mit klarem, gut ausgewrungenem Tuch neutralisieren und vollständig trocknen lassen. Regelmäßig angewendet, entsteht eine gleichmäßige, matte Patina, die kleine Spuren sanft integriert. Besonders geeignet für helle Hölzer, die ihre frische, natürliche Optik behalten sollen, ohne Lackschichten oder starke Chemikalien.